Fenz-Kunst-Raum Logo

Malerei

David van der Post

David van der Post

Ausloten von Schönheit


Die als Landschaften angelegten Ölbilder David van der Posts sind in handwerklicher Perfektion gemalt, und man könnte sie dem Fotorealismus zugehörig nennen, doch ist es die ihnen innewohnende Weichheit und die Bewegung, die eine jegliche Zuordnung zum Fotorealismus untersagen.

Akribisch vertreibt David van der Post die Ölfarbe auf dem Malgrund und erwirkt Dank dieser Technik eine schemenhafte Unwirklichkeit. Nimmt man die Reduzierung auf wenige Details hinzu, so öffnet sich eine der Farbe raumgebende Tiefe. Diese Tiefe zieht den Betrachter in das Bild hinein, will, dass er sich förmlich in ihr verliert. Einem Sog emotionaler Stimmungen gleich lassen diese Werke keinen Betrachter unberührt.

Hierüber hinaus fängt David van der Post die Zeit. Ausgearbeitet als Aufnahmen des Moments, wird in seinen Werken Zeit zum dehnbaren Begriff, wird aus dem Moment eine Sekunde, aus der Sekunde eine Minute - eine Unendlichkeit.

Auf einigen Werken sind Himmelskörper abgebildet, die wir gemeinhin als UFOs bezeichnen. Humoristisch integriert der Künstler diese in der Szenerie, ohne jedoch der Frage nach der Existenz ausserirdischen Lebens nachspüren zu wollen, sondern gerade um dem Eindruck von Realität entgegenzuwirken, denn David van der Post betrachtet seine Arbeiten als durchaus nicht realistisch.Vielmehr geht es ihm um das Verhältnis von Realität zu ihrem Abbild. In seinen Arbeiten steckt immer etwas Vages, etwas Geheimnisvolles und die Suche nach dem "Ausloten von Schönheit", wie es der Künstler selbst nennt.

Ralph Marquass

http://www.gestaltgebung.com/david/

Fotographie / Installation

Berlin

Bogi Bell

Authentische Zeugen der Gegenwart mit der Aura eines unwiederbringlichen Gestern.


Einsam und verlassen scheint uns der urbane Raum und ebenso einsam und verlassen der Mensch in ihm.
Was ist es, das uns vertraute Orte in Bogi Bells Fotografien so seltsam und fremd, mitunter bedrohlich erscheinen lässt?
Die, mit einer Horizon 202 aufgenommenen Schwarz-weiß Bilder Ihrer Serie „Randgestalten“ lassen es erahnen.

Die zumeist öffentlichen Räume wirken fest, trutzig und dem Menschen gleichgültig gegenüber.
Über der gesamten Szenerie liegt eine melancholische Stille.
Ist eine Person zugegen - Nein, sie wird sich hier nicht lange aufhalten, sie wird bald wieder gehen - verliert sie sich an den Rand gedrängt in dem sie umgebenden Raum.
Da wo der Mensch den Ort durchschreitet, wo er innehält oder sich auf einer Bank niederlässt wirkt er seltsam erstarrt und scheint ein wenig deplatziert und seiner Umgebung zu widersprechen.

Dennoch sind Bogi Bells Arbeiten nicht wie man vermuten könnte inszeniert, sondern authentische Zeugen der Gegenwart, denen die Aura eines unwiederbringlichen Gestern anhaftet.
Das Fehlen von Farbe, als auch das Panorama-Format bestärken die Atmosphäre einer zeitlosen, vom Menschen unabhängigen Dauerhaftigkeit, der der Mensch als flüchtiger, vergänglicher Moment gegenübergestellt ist.
Vielleicht hinterlässt der Mensch Spuren, aber so wie er selbst, werden auch sie verschwinden.

Dieses Motiv findet sich nicht nur in den „Randgestalten“, sondern durchzieht das gesamte Schaffen der Künstlerin.
In all Ihren Werken erzählt uns Bogi Bell von dem Kommen und Gehen des Menschen. Sie berichtet uns von dem Verhältnis des Menschen zu einander, zu sich selbst und zu seiner Umgebung.
Das fotografisch Festgehaltene, augenscheinlich Alltägliche, Banale wandelt sich in Bogi Bells Werken zur Tragödie oder Komödie, je nachdem, und stellt die Frage nach dem Menschsein überhaupt.

Dieses zu verdeutlichen, ließ Bogi Bell den reinen Pfad der Fotografie verlassen.

In dem auf ein Jahr angelegtem Projekt „me in a suitcase“ spürt sie dem Menschsein auf eine andere Art und Weise nach.
Am 19. August 2006 schickte Bogi Bell einen Koffer leeren Inhalts auf Reisen. Mit der Bitte den Koffer nach einer Woche an eine beliebige Person weiterzureichen, konnte der neue Besitzer, was immer er wollte, in diesen Koffer packen.
Am 19. August 2007 fand der Koffer seinen Weg zurück und landete unversehrt wieder bei der Künstlerin. Er hatte in diesem Zeitraum 30 Stationen passiert. Bogi Bell hatte jeweils die 30 Kurzzeit-Besitzer besucht und sie samt Koffer und Inhalt portraitiert.


In Bogi Bells neuestem Werk „buried in oblivion“ wird das vormals erwähnte „Verschwinden“ besonders verdeutlicht.
Schwarz-Weiß Portraits aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts steckt die Künstlerin in Apothekerampullen, fügt einen zersetzenden Stoff hinzu und verschließt sie zuletzt mit einem Glasstopfen.
Als Installation in Szene gesetzt, bleiben die Fotografien ihrem Schicksal überlassen und der eingeleitete Zersetzungsprozess lässt die Portraits und seine Menschen allmählich verschwinden.

Ralph Marquass

Malerei

Dave

1,99 aka David Jaeger

Streetart

...und jetzt Galerie